Die involtainment® group wurde 2009 als Innovationszentrum für crossmediale Below-the-Line-Kommunikation von proteco gegründet. Mit dem Zugang der VBA Events GmbH als Spezialist für Meetings und Incentives wächst sie auf sieben inhabergeführte Spezial-Agenturen mit insgesamt 70 Mitarbeitern an.
Es ist kein Geheimnis: In der Marketingkommunikation müssen neue Wege beschritten werden. Die Werbewirkung der klassischen Kommunikation wird immer mehr zur Herausforderung.

Wie diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden kann, diskutieren Ralph Dannhäuser, Herausgeber und Leiter Eventkommunikation des Deutschen Sparkssenverlags, Dr. Ralf Kitzberger, Fachanwalt für Medien- und Urheberrecht, Sami Sokkar, Lehrbeauftragter und Coach für Eventmarketing sowie Markus Schaumlöffel, Geschäftsführer der Live-Marketing-Agentur proteco marketing-service gmbh.
proteco News:
Eine ganzseitige Anzeige wird im Schnitt gerade mal 1,5 Sekunden lang betrachtet – komplexe Botschaften können in dieser kurzen Zeit unmöglich vermittelt werden. Was können Unternehmen tun, um trotzdem von ihrer Zielgruppe wahrgenommen zu werden?
Ralph Dannhäuser:
Heutzutage wollen Kunden über die gewünschten Produkte, Dienstleistungen und Marken nicht mehr nur in der Zeitung lesen oder im Fernsehen darauf aufmerksam gemacht werden. Der moderne Kunde will am liebsten persönlich testen und alles hautnah erleben. Um das zu ermöglichen, d.h. die Bestands- und Neukunden nachhaltig und emotional an die Produkte und deren Marken zu binden, ist das Eventmarketing bzw. die Live-Kommunikation ein viel versprechender Lösungsansatz.
Markus Schaumlöffel:
Sehen Sie, Events schaffen das, was klassische Werbung heutzutage nicht mehr imstande ist zu vermitteln: Emotionen und Nähe zur Marke. Emotionen sind der Schlüssel zum Herz des Kunden – und seinem Portemonnaie.
proteco News:
Wie können diese Emotionen geschaffen werden?
Markus Schaumlöffel:
Auf ganz unterschiedliche Weise – oder besser, als Kombination aus unterschiedlichen Eventformen: Einerseits spielt Interaktion eine wichtige Rolle: Die sinnliche Erfahrung, also das „Selber-Erleben“ ruft ganz automatisch Gefühle hervor. Setzt man deshalb auf eine spielerisch-interaktiven Vermittlung, wird sich die Zielgruppe viel tiefer mit der Marke oder der Botschaft auseinandersetzen. Verstärkt werden die Emotionen zusätzlich durch perfektionierte Dramaturgie und Inszenierungsabläufe im Rahmen eines Events.
Ralph Dannhäuser:
.. nicht zu vergessen ist auch das Personal vor Ort. Diese Personen haben einen ganz entscheidenden Einfluss auf die emotionale Qualität einer Veranstaltung. Als Promotoren, Animateure oder Moderatoren sind sie es, die der Marke buchstäblich Gesicht und Stimme geben.
Markus Schaumlöffel:
Erlebtes wird einfach besser verstanden und bleibt nachhaltiger. Leider scheitern hier viele klassische Event-Ansätze: Sie machen zwar „Party“ und verbreiten gute Laune, bringen den Konsumenten aber nicht dazu, sich mit der Botschaft, einem Produkt oder einer Marke aktiv zu beschäftigen.
proteco News:
Sie sagen also: Macht interaktive Events und die Leute kaufen eure Produkte. Ganz so einfach scheint es aber doch nicht zu sein. Wo liegen die Probleme?
Sami Sokkar:
Viele Unternehmen unterschätzen, wie schwierig es ist, einen guten, nachhaltigen Event zu veranstalten. Es reicht eben nicht eine Torwand aufzustellen – die Kunden werden schon kommen und Spaß haben. Ein maßgeschneidertes Eventkonzept erfordert theoretisches Hintergrundwissen und professionelles Management sowohl seitens der Eventagenturen als auch beim eventveranstaltenden Unternehmen. Man braucht also Fachleute, die mit diesem relativ neuen Marketinginstrument umgehen können, und dennoch das Gesamtmarketingkonzept im Blick behalten.
Dr. Ralf Kitzberger:
Ich sehe vor allem, dass sich die Unternehmen ganz allgemein bei der Durchführung schwer tun und im Besonderen dann, wenn es um rechtliche Themen geht. Diese beginnen mit der Frage, ob und wenn ja welche Verträge notwendig sind, welche Verträge zur Anwendung kommen, wie die Haftungsfragen geklärt werden können, wie mit Darstellungen in der Presse umzugehen ist, wer Rechte an Veranstaltungskonzepten hat und ob diese von anderen Veranstaltern übernommen werden dürfen, welche behördlichen Genehmigungen notwendig sind, und und und.
proteco News:
Was raten Sie den Unternehmen?
Sami Sokkar:
Bevor ein Unternehmen loslegt, muss es sich u.a. über seine (Event-)Ziele und Zielgruppe bewusst sein. Es gibt Eventmarketingspezialisten, die hierbei helfen. Genauso auch bei einer sinnvollen Erfolgskontrolle des Events.
Dr. Ralf Kitzberger:
Kontrolle ist mein Stichwort (lacht). Die Planung und Durchführung eines Events muss mit vielen gesetzlichen Bestimmungen konform gehen. Sei es mit dem BGB oder dem Urheberrechtsgesetz. Behördliche Genehmigungen müssen unbedingt eingeholt werden. Unternehmen sollten diese rechtliche Seite, v.a. auch bei der Eventplanung nicht unterschätzen – sich jedoch auch nicht davon abschrecken lassen.
Markus Schaumlöffel:
Genauso wenig sollte sich ein Unternehmen von seinen Mitbewerbern oder der allgemeinen Werbeverdrossenheit abschrecken lassen. Es gibt immer neue Wege und kreative Ideen, um sich im Markt durchzusetzen, dafür haben wir die involtainment® Strategie entwickelt. Denn der Weg zum Produkt kann nur noch über das Herz bzw. die Emotion des Kunden führen. Entscheidend sind somit das Image, die Sympathie und das Vertrauen in die Marke.
Ralph Dannhäuser:
Schlussendlich muss das Ziel sein, Eventmarketing als vollwertigen Baustein innerhalb des eigenen Kommunikationsmixes zu integrieren anstatt Eventkampagnen zum Selbstzweck zu fahren. Außerdem muss die Botschaft über alle zielgruppenaffinen Kanäle hinweg durchgängig sein, um eine integrierten Kommunikation zu schaffen.
proteco News:
Vielen Dank für dieses anregende Gespräch.