Die involtainment® group wurde 2009 als Innovationszentrum für crossmediale Below-the-Line-Kommunikation von proteco gegründet. Mit dem Zugang der VBA Events GmbH als Spezialist für Meetings und Incentives wächst sie auf sieben inhabergeführte Spezial-Agenturen mit insgesamt 70 Mitarbeitern an.
Andreas Wenzel ist Moderator bei Radio Gong und seit 17 Jahren
Stadionsprecher der deutschen Fußballnationalmannschaft
• Herr Wenzel, was ist Ihr WM-Tipp?
Andreas Wenzel: Ich halte es mit dem Song von den Sportfreunden Stiller „… 54, 74, 90, 2010“. Es wird natürlich Deutschland!
• Wie wurden Sie Stadionsprecher?
Andreas Wenzel: Es war 1991, ich moderierte – wie auch heute noch – bei Radio Gong als Markus Hörwick, Pressedirektor bei Bayern München, bei uns im Sender anrief. Er erklärte, dass sie ein ganz neues Stadionprogramm auf die Beine stellen wollten und dafür einen Sprecher suchten, der nicht aus der bis dato üblichen Sprecherkabine heraus moderiert, sondern direkt und persönlich vom Spielfeld aus. Ob wir denn da einen hätten, der dafür in Frage käme. Nach einem Blick durch den Raum musste ich feststellen, dass ich der einzig Anwesende war, und hab gesagt: Naja, dann mach ich’s! Publikum und FC Bayern-Führung waren von der dann samstags folgenden Stadion-Show ziemlich angetan, zumal wir damals das erste Mal das Publikum bei der Mannschaftsaufstellung mitwirken ließen. Die Folge:
Ab sofort durfte ich alle Bayern-Spiele im Olympiastadion moderieren.
Dann, 1993, wurde das Champions-League-Finale zwischen AC Mailand und Olympique Marseille im Münchner Olympiastadion ausgetragen. Als ich also mit viel guter Laune und viersprachig – auf deutsch, italienisch, französisch und bayerisch so vor mich hin moderierte, wurde der Generalsekretär des DFB Wolfgang Niersbach, damals noch Presse-Direktor auf mich aufmerksam. Er ließ mich zu sich auf die Tribüne kommen und sagte: „Lieber Andi Wenzel, genauso wollen wir das Stadionprogramm ab jetzt für die Nationalmannschaft . Und so gehörte ich als Spätberufener endlich zum DFB-Kader. Ein Kindheitstraum wurde wahr. Meine erste Moderation als Stadionsprecher war dann im Herbst 1993 beim Länderspiel Deutschland gegen Uruquay in Karlsruhe.
• Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Job als Stadionsprecher?
Andreas Wenzel: Bei meinem 2. Spiel, das ich für den FC Bayern München moderierte – ich war ziemlich aufgeregt – kam ich auf den Platz und auf mein freundliches ‚Grüß Gott’ folgte sofort ein gellendes Pfeifkonzert. Ich war völlig am Ende, wusste gar nicht, was ich verbrochen hatte und konnte auch gar nicht fassen, dass ich so ausgebuht wurde. Bis ich mich dann umdrehte und zu meiner Erleichterung feststellte, dass genau im selben Moment unsere Gegner, die Spieler des FC Schalke 04 ins Stadion einliefen und natürlich hemmungslos ausgepfiffen wurden ….
• Was war Ihr größtes Fettnäpfchen?
Andreas Wenzel: Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, denn das ist noch gar nicht lange her: Bei der letzten WM im eigenen Land, also 2006. Es war im Viertelfinale beim Spiel gegen Argentinien. Wir hatten die strenge Auflage, absolute Neutralität bei der Moderation zu wahren. Das habe ich auch gemacht … bis Argentinien mit einem Tor vorne lag. Alle Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Als ich dann die Zuschauerzahlen durchgab, habe ich nur so ganz nebenbei gesagt „… ich denke, dass unsere Mannschaft jetzt mehr denn je Ihre Unterstützung braucht“. Das wars. Ein Riesenskandal, ich wurde sofort vorübergehend suspendiert. Aber wie wir ja alle wissen, Deutschland hat das Spiel dann noch 2:1 gewonnen und ich wurde nach meiner „Entgleisung“ begnadigt und durfte gegen Italien wieder dabei sein.
Aber beim Argentinien-Spiel in Berlin hatte ich einfach das Gefühl, dass das Sommermärchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende sein sollte …
• Was ist das Besondere an Ihrer Kampagne „Spirit of Africa“?
Andreas Wenzel: Wir wollen auf die WM einstimmen, Vorfreude vermitteln. Wer dabei ist, wird die Luft Afrikas schnuppern und von der bunten, fröhlichen Atmosphäre mitgerissen. Das beginnt bei der Dekoration, alles ist auf Afrika und Afrika-Feeling abgestimmt, geht über die Spiele und Aktionen wie dem „Lions Kick“ sowie der Bühne und endet bei den Themen, die wir anbieten, vom Fußball-Quiz bis zum Nationalhymnen-Raten. Es ist ein fröhliches, buntes, locker familiäres Fußball-Fest, das uns alle auf das Saison-Highlight einstimmen soll.
Natürlich werde ich auch versuchen, unseren Gästen die besondere Nationalmannschafts-Team-Atmosphäre ein wenig näher zu bringen, denn als Stadionsprecher gehöre ich ja zum DFB-Team und bin so doch ziemlich nahe an den Spielern dran. Da wird es dann selbstverständlich auch die eine oder andere interne Anekdote von Michael Ballack und Co. geben. Es ist mir eine Freude, das Publikum näher an unsere Mannschaft zu bringen und an dem Rummel und der Euphorie um das Team teilhaben zu lassen.
• Was ist Ihre Aufgabe bei „Spirit of Africa“?
Andreas Wenzel: Ich führe durch den Tag, moderiere das Programm und die Aktionen, interviewe z.B. die prominenten Gäste wie ehemalige Fußball-Profis.
Außerdem präsentiere ich natürlich auch die Produkte, stelle sie vor, also durch mich erfährt man den ganzen Tag, um was es geht. Bei der Auswahl der Autogrammgäste und Interviewpartner gilt die erste Präferenz unseren Helden von Rom, also den Weltmeistern von 1990, wie zum Beispiel Klaus Augenthaler, Guido Buchwald oder Andy Brehme. Die freuen sich übrigens auch schon alle auf den „Spirit of Africa".